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Substanz erneuern, Mobilität erhalten, Entlastung schaffen
Erweiterung der A 99 Ost:
Bau- und Planungsabschnitte
Bau- und Planungsabschnitte
Zum Projekt
Der Bauabschnitt III: AS Kirchheim bis AS Haar
Untersuchungen haben ergeben, dass das Autobahnkreuz München Ost bereits heute nicht mehr ausreichend leistungsfähig und ein Umbau erforderlich ist. Insbesondere bei den Übereckbeziehungen zeigen sich im Bestand deutliche Engpässe, die zu hohen Reisezeitverlusten und Stauungen führen. Das Autobahnkreuz wird daher von einem Vollkleeblatt zu einer sog. abgewandelten Windmühle umgebaut. Diese neue Form sorgt für einen fließenden Verkehr insbesondere der stark ausgeprägten Verkehrsströme von Nord nach Ost und von Ost nach Süd. Das Autobahnkreuz bleibt wie im Bestand zweistöckig.
Zeitplan

Fertigstellung der Vorentwurfsunterlagen

Erarbeitung der Planfeststellungsunterlagen

Einleitung des Planfeststellungsverfahrens

Baubeginn
Daten & Fakten
Wie viele Fahrstreifen?
Von sechs auf zukünftig acht Fahrstreifen
Wer profitiert?
Anwohner, Pendler, Urlauber sowie durch den geringeren Ausstoß von Abgasen, die bei Stauhäufungen entstehen, auch die Natur.
Dauer?
Geplanter Baubeginn 2032 und Bauzeit von rund 8 Jahren
Kosten?
Die Gesamtkosten belaufen sich zum aktuellen Planungsstand auf 665 Mio. € brutto.
Warum?
Grundlage ist der Bundesverkehrswegeplan 2030, in dem die 8-streifige Erweiterung als „Vordringlicher Bedarf mit Engpassbeseitigung“ eingestuft wird.
Lärmschutzmaßnahmen
Die geplanten Lärmschutzmaßnahmen sorgen für eine Verringerung der zukünftigen Lärmbelastung der Anwohner.
Variantenvergleich M 18 / EBE 4
Die 8-streifige Erweiterung der A 99 zwischen der AS Kirchheim und der AS Haar ist im Bundesverkehrswegeplan als „Vordringlicher Bedarf mit Engpassbeseitigung“ eingestuft. Im Rahmen der Erweiterungsplanung wird auch das AK München-Ost mit den zugehörigen Ein- und Ausfahrtsbereichen an der A 99 und an der A 94 umgebaut.
Die Kreisstraße M 18 / EBE 4 quert die A 99 südlich und die A 94 westlich des AK München-Ost mit sehr spitzen Kreuzungswinkeln. Im Zuge der Autobahnerweiterung müssen die Kreisstraße und die zugehörigen Kreuzungsbauwerke angepasst werden. Aufgrund der erforderlichen Verbreiterung der Autobahnen würden Tunnelbauwerke als Kreuzungsbauwerke erforderlich werden. Zudem müsste die bestehende Kreisstraße um bis zu 2 m in der Höhe abgesenkt werden. Dies ist nur bei einer Vollsperrung der Kreisstraße während der Bauzeit möglich. Um eine temporäre Umleitungsstrecke für 6 – 7 Jahre Bauzeit und die baulich sowie betrieblich aufwändigen Tunnelbauwerke zu vermeiden, wurde in einem Variantenvergleich eine alternative dauerhafte Verlegung der Kreisstraße geprüft.
Dafür wurden 5 Varianten untersucht und nach folgenden Kriterien beurteilt:
- Bau
- Verkehrssicherheit und -qualität
- Mensch, Raum und Umwelt
- Kosten und Chancen/Risiken
Aus diesen Varianten zeigte sich die Variante 5 als die Vorzugsvariante.
Variante 5 weist eine kurze Bauzeit mit ca. 1 – 2 Jahren auf. Sie sorgt für die größte verkehrliche Entlastung für die Ortsdurchfahrt Weißenfeld und hält den größten Abstand zur Wohnbebauung. Daraus ergibt sich eine geringere Beeinträchtigung der menschlichen Erholungsnutzung und eine erhebliche Reduzierung der Schall- und Luftschadstoffemissionen in Weißenfeld.
FAQ
Technisches zur Erweiterung
Die A 99, Autobahnring München, ist aufgrund ihrer Lage und Funktion als Verbindung aller auf die Landeshauptstadt München orientierten Autobahnen das zentrale Element im Netz der Bundesautobahnen in Bayern. Sowohl die 8-streifige Erweiterung der A 99 zwischen dem AK München-Nord und dem AK München-Süd als auch die künftige 6-streifige Erweiterung der A 94 zwischen der AS Feldkirchen-West und der AS Markt Schwaben sind gemäß Bundesverkehrswegeplan 2030 im „Vordringlichen Bedarf mit Engpassbeseitigung“ eingestuft.
Untersuchungen haben ergeben, dass das Autobahnkreuz München-Ost bereits heute nicht mehr ausreichend leistungsfähig und ein Umbau erforderlich ist. Die neue Form des Kreuzes sorgt für fließenden Verkehr der stark ausgeprägten Verkehrsströme insbesondere von Nord nach Ost und von Ost nach Süd. Diese Fahrbeziehungen sind auch im Hinblick auf den Lückenschluss der A 94 von Pastetten bis Heldenstein, der im Jahr 2019 erfolgte, stärker belastet und sprechen somit für einen Ausbau des Autobahnkreuzes.
Mit der Erweiterung wird zudem die ohnehin erforderliche Erneuerung der Bausubstanz umgesetzt. Der vorhandene Fahrbahnaufbau stammt aus den 1970er Jahren und ist damit rund 50 Jahre alt. Die bestehende Asphaltdecke ist 20 Jahre alt. Gemäß den einschlägigen Richtlinien hat der Oberbau damit das Ende seiner Nutzungsdauer erreicht und bedarf damit einer grundhaften Erneuerung. Eine alleinige Erneuerung der Asphaltdecke mit Beibehaltung der vorhandenen Tragschichten wäre unwirtschaftlich, weil aufgrund der altersbedingten substanziellen Schädigungen der Tragschichten lediglich eine reduzierte Lebensdauer der Asphaltdecke zu erwarten wäre.
Bei der 8-streifigen Erweiterung der A 99 handelt es sich um einen sogenannten Bestandsausbau. Dabei erfolgt eine symmetrische Verbreiterung nach innen in den überbreiten Mittelstreifen. Somit wird pro Richtungsfahrbahn jeweils ein Fahrstreifen ergänzt. Trotz des Ausbaus nach innen, muss der äußere Fahrbahnrand größtenteils aufgrund der Verlängerung von Beschleunigungs- und Verzögerungsstreifen oder durchgehenden Verflechtungsstreifen nach außen versetzt werden.
Der notwendige umfassende Umbau des Autobahnkreuzes München-Ost erfordert auch eine Erweiterung der A 94 über ca. 4 km Länge. Die Anschlussstellen AS Feldkirchen-Ost und AS Haar werden ebenfalls erweitert, um die prognostizierte Verkehrsbelastung aufnehmen zu können.
Das Autobahnkreuz wird von einem Vollkleeblatt zu einer abgewandelten Windmühle mit halbdirekter Führung der Linksübereckströme Nord-Ost und Ost-Süd umgebaut. Die beiden Halbdirektrampen werden 2-streifig angelegt. Analog wird die Ost-Nord-Rampe 2-streifig ausgebaut. Alle anderen Rampen bleiben mit gleicher Fahrstreifenanzahl, aber teilweise mit angepasster Rampenführung wie im Bestand erhalten. Im Bereich des Autobahnkreuzes werden diverse neue Brückenbauwerke errichtet. In der Gesamthöhe bleibt das Kreuz auf dem Niveau der bestehenden A 94 und wie im Bestand zweistöckig.
Sicherheit
Verkehr
Mit an Spitzentagen bis zu rund 160.000 Fahrzeugen und rund 110.000 Fahrzeugen an einem durchschnittlichen Werktag ist der Ostabschnitt der A 99 sehr stark belastet. Durch die Anbindung des Münchner Umlands kommt es regelmäßig zu Stauungen und Verdrängungsverkehr auf die umliegenden Straßen und in das Münchner Stadtgebiet.
Aufgrund der generellen Verkehrsentwicklung im Großraum München werden die Verkehrszahlen auf der A 99 Ost aus heutiger Sicht weiter zunehmen. Die Berechnungen der Autobahn GmbH prognostizieren für das Jahr 2035 einen Anstieg des Verkehrs um ca. 20 % auf rund 130.000 Kraftfahrzeuge pro Werktag.
Ablauf der Planung
Die Vorentwurfsunterlagen wurden Ende 2023 fertiggestellt. Aktuell werden die Planfeststellungsunterlagen für das Projekt erarbeitet, weshalb sich noch Anpassungen und Ergänzungen in den Planungen ergeben können. Frühestens Mitte 2026 sollen die Planunterlagen der planfeststellenden Regierung von Oberbayern zur Genehmigung vorgelegt werden.
Nach Fertigstellung der Planunterlagen wird die Autobahn GmbH bei der zuständigen Planfeststellungsbehörde – in diesem Fall bei der Regierung von Oberbayern – die Planfeststellung des Vorhabens beantragen. Im Rahmen des Verfahrens werden die Planunterlagen öffentlich ausgelegt und betroffene Gebietskörperschaften, Träger öffentlicher Belange sowie Privatpersonen können Einwendungen gegen die Planunterlagen erheben.
Der Projektumgriff betrifft zwei Landkreise, eine Stadt und vier Gemeinden:
| Landkreis | Gemeinde/Stadt |
| München | Kirchheim b. München |
| Feldkirchen | |
| Haar | |
| Grasbrunn | |
| Ebersberg | Vaterstetten |
Nur randlich betroffen sind die Gemeinden Aschheim und Poing.
Lärmschutz
Durch die Anordnung zahlreicher aktiver und passiver Lärmschutzeinrichtungen kann die zukünftige Lärmsituation im gesamten Erweiterungsabschnitt – vor allem in den trassennahen Ortsteilen der umliegenden Gemeinden – verbessert werden.
Zur Verbesserung der Lärmsituation wird sowohl auf der A 99 als auch auf der A 94 ein lärmmindernder Fahrbahnbelag eingebaut.
Auf einer Gesamtlänge von ca. 12 km werden neue Lärmschutzwände in einer Höhe von bis zu 8 m errichtet. Die bestehenden bzw. geplanten Einschnitte tragen ebenfalls zum Lärmschutz bei. Einige bereits vorhandene und vorab errichtete Lärmschutzanlagen werden weiter genutzt.
Im Falle von Grenzwertüberschreitungen besteht für betroffene Gebäude Anspruch auf passive Lärmschutzmaßnahmen.
Umwelt
Flora und Fauna haben sich seit dem Bau und der Verkehrsfreigabe der A 99 entlang der Strecke, trotz der Autobahnnähe, zu höherwertigen Lebensräumen entwickelt. Die Planung berücksichtigt den dadurch entstandenen naturschutzfachlichen Wert und versucht, diesen bestmöglich zu erhalten. Die Autobahn GmbH nimmt Umwelt- und Artenschutz sehr ernst und arbeitet auch bei diesem Projekt bereits seit frühen Planungsphasen konstruktiv mit den zuständigen Naturschutzbehörden zusammen. Um die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten, wird die baufachliche Planung durch eine eng eingebundene Umweltplanung begleitet. Dadurch wird sichergestellt, dass die vorhandenen Lebensräume erkannt werden und Eingriffe in die Habitate geschützter Arten größtmöglich reduziert oder gänzlich vermieden werden. Für die korrekte Erfassung von Flora und Fauna mit allgemeiner und besonderer Planungsrelevanz wurde ein Kartier-Programm mit der planfeststellenden Regierung von Oberbayern abgestimmt.
Ausgleichsflächen werden gemäß der Bayerischen Kompensationsverordnung nach Möglichkeit in unmittelbarer Nähe des Erweiterungsabschnitts angelegt, um die Auswirkungen für Natur und Landschaft zu minimieren. Die neu zu entwickelnden Lebensräume orientieren sich bestmöglich an den ursprünglichen Habitaten, wobei Gestaltung und Artenschutz zusammen geplant und umgesetzt werden sollen.
Zum aktuellen Planungsstand wurde die naturschutzfachliche Kompensation über ein Suchraum- und Kompensationskonzept ermittelt. Eine genaue Festlegung der Kompensationsflächen erfolgt im weiteren Planungsverfahren.
Der Baugrund muss frühzeitig und ausführlich schon in den frühen Planungsphasen untersucht werden. Dies ist erforderlich, um die geplanten Maßnahmen mit den Untergrundverhältnissen abzugleichen. Zum Beispiel kann damit ermittelt werden, in welchen Bereichen das Straßenniederschlagswasser versickert werden kann oder wie Ingenieurbauwerke gegründet werden können. Die Bohrungen sind nicht nur im Nahbereich der Autobahn notwendig, sondern auch im erweiterten Umfeld. Umfangreiche Baugrunduntersuchungen haben 2023 im Projektgebiet stattgefunden. Weitere erforderliche Erkundungen können nicht ausgeschlossen werden.
Auswirkungen der Erweiterung
Wirtschaftliche Aspekte
Als zentraler Bestandteil im Netz der Bundesautobahnen in Deutschland ist die A 99 für den internationalen Wirtschaftsverkehr elementar. Die Erweiterung fördert Wirtschaft und Arbeitsplätze. Bestehende Unternehmen bauen aus, neue Unternehmen siedeln sich an (z.B. Krauss-Maffei, DHL, Segmüller, BMW). Durch die Verdichtung von Gewerbegebieten entlang der Autobahn bzw. insbesondere an den Anschlussstellen ergeben sich für die Gemeinden erhöhte Gewerbesteuereinnahmen. Die Einnahmen kommen auch den Bewohnern zugute, indem diese wiederum für den Ausbau der gemeindlichen Infrastruktur z.B. Bau von Kindertagesstätten oder Schulen investiert werden.
Zuverlässige Erreichbarkeit ist für alle Unternehmen entlang der Autobahn und den Wirtschaftsstandort München und Landkreis München von zentraler Bedeutung. Weniger Stau heißt sicherere Lieferketten und verzögerungsfreie Logistik.
Verlegung M 18 / EBE 4
Die Kreisstraße EBE 4 quert sowohl die A 99 als auch die A 94 in einem sehr schrägen Kreuzungswinkel. Durch die Erweiterung der A 99, der A 94 und des Autobahnkreuzes München-Ost müssen bei Beibehaltung der Kreisstraße in der Bestandslage auch die beiden Bauwerke entlang der EBE 4 deutlich verlängert und gegenüber dem Bestand abgesenkt werden. Die Tieferlegung der Kreisstraße kann technisch nur unter einer Vollsperrung der EBE 4 in diesem Bereich erfolgen. Da die Kreisstraße aufgrund ihrer Verkehrsbedeutung während der Bauzeit nicht gesperrt werden kann, muss in diesem Fall eine provisorische Verkehrsführung für 6 – 7 Jahre errichtet werden.
Aufgrund dieser ohnehin notwendigen bauzeitlichen Verlegung der EBE 4 haben wir im Zuge des Planungsprozesses untersucht, inwiefern auch eine dauerhafte Verlegung der EBE 4 in Frage kommt bzw. umsetzbar ist. Dazu haben wir eine Variantenuntersuchung durchgeführt.
Neben der Bestandsvariante haben wir vier Varianten der dauerhaften Verlegung der EBE 4 näher untersucht. Hierzu waren und sind wir in fortlaufendem Austausch mit den betroffenen Kommunen, Behörden sowie Bürgerinnen und Bürgern vor Ort. Bei der Variantenuntersuchung haben die betroffenen Kommunen in den vergangenen Jahren Vorschläge und Hinweise an die Autobahn GmbH herangetragen.
Wir haben die Varianten auf bautechnische, verkehrliche, umweltfachliche sowie wirtschaftliche Aspekte geprüft und miteinander verglichen.
Mehr zu den einzelnen Varianten finden Sie hier.
In der Abwägung zeigte sich die Variante 5 als beste Lösung. Den Ausschlag hierbei gaben insbesondere die erhebliche verkehrliche Entlastung sowie die wesentliche Reduzierung der Schall- und Luftschadstoffemissionen im Ortsteil Weißenfeld.
Die Ergebnisse der Variantenuntersuchung werden im Rahmen von Terminen in den kommunalen Gremien und in Gesprächen mit den hauptbetroffenen Grundstückseigentümern vorgestellt, sodass die Betroffenen eingebunden und Entscheidungsprozesse transparent nachvollzogen werden können.
Kontakt
Bei Fragen zur Erweiterung der A99 Ost oder den einzelnen Maßnahmen, erreichen Sie uns unter presse.suedbayern@autobahn.de.